Erkrankungen des Bewegungsapparates beim jungen und alten Hund

Bei einem jungen Hund, gehen die meisten Besitzer davon aus, daß er einen gesunden Bewegungsapparat hat.

Manchmal verstaucht er sich beim wilden herumtoben ein Bein, doch das ist nach ein paar Tagen Schonung meist

wieder vergessen. Doch leider sind auch die jungen Tiere schon von Krankheiten an Läufen und Gelenken betroffen.

Ob nun durch zuchtbedingte Faktoren oder falsche Haltungsbedingungen wie zu einseitiges und für einen Welpen

unpassendes Futter oder durch zu frühe Belastung der noch im Wachstum befindlichen Knochen. Bei Erkrankungen

die durch die Zucht, also genetisch bedingt sind, können wir als Besitzer nur mit Hilfe des Tierarztes etwas unternehmen.

Die Möglichkeiten sind Abhängig von der Erkrankung. Humpelt ein junger Hund über einen längeren Zeitraum, oder zeigt

er auf andere Art Schmerzen sollten wir schnellstens einen Tierarzt aufsuchen. Dieser wird mit genauesten

Untersuchungen und Röntgenaufnahmen erkennen können was unserem vierbeinigen Freund fehlt. Mit der Diagnose

entscheiden sich die Therapiemöglichkeiten. Diese reichen je nach Krankheit, von Ruhigstellung, Medikamenten zur

Schmerzlinderung, evtl. Futteroptimierung, bis zur Operation. Doch auch, wie schon erwähnt, falsche Haltungs-

bedingungen können zu Erkrankungen am Bewegungsapparat führen oder schon vorhandene, noch nicht bemerkte

Dysplasien negativ beeinflussen. Bei der Fütterung sollte man auf ausgewogene Nahrung achten und seinen Welpen

nicht zu einer kleinen runden Kugel füttern ( auch wenn es so noch so knuffig aussieht ). Was mir jedoch besonders am

Herzen liegt, ist die Vernünftige und dem alter entsprechende Bewegung.

Ein junger Hund sollte in vernünftigem Maß bewegt werden, dafür gibt es keine genaue Regel. Es ist auch etwas

abhängig von der Endgröße, die das Tier einmal erreicht. Je Größer ein Hund nun einmal wird, um so bedachter sollte

seine Bewegung in der Zeit des Wachstums ausfallen. Negative Beispiele für Bewegung beim jungen Hund gibt es eine

Menge, und es wird vielen auffallen das sie einige der Fehler auch schon selbst gemacht haben. Ob ich nun die fünf

Monate alte Dogge mehrmals täglich eine große Treppe hoch und runter rennen lasse, oder den vier Monate alten West

Highlandterrier über eine Stunde beim Inliner fahren mit nehme, es ist beides unsinnig.

Ein, wenn er einmal ausgewachsen ist, mittelgroße Schäferhundmischling, der mit einem halben Jahr schon am Fahrrad

mit laufen darf (muß) und ab und zu auch schon mal über größere Hindernisse klettern oder springen soll. Und das alles,

obwohl man nicht weis ob auch alle Gelenke OK sind. Das bedeutet nicht das man seinen Junghund in Watte packen soll.

Man kann in rennen und toben lassen wie er das gerne möchte, sollte ihn aber wenn es zu arg wird bremsen und eine

"Knochen schonendere" Beschäftigung anbieten. Mit Hundesport jeglicher Art, sollte man erst beginnen wenn das Tier

ausgewachsen ist und man weis, dass alle Knochen und Gelenke in Ordnung sind.

Ein paar der Erkrankungen die beim jungen Hund auftreten können.

OCD Osteochondrose ist eine Erkrankung die sich auf das unreife Skelett Beschränkt. Die Erkrankung beginnt vor dem

vierten Lebensmonat , Lahmheit zeigt sich jedoch erst zwischen 6. Und 8. Monat. Betroffen sind meist schnellwachsende,

mittelgroße bis große Hunderassen. Ursachen können Genetische Veranlagung und Fütterungfehler sein. Die OCD tritt

am häufigsten im Schultergelenk auf, doch auch alle anderen Gelenke können betroffen sein. Therapie: Leichte

OCD-Defekte strikte Ruhe, absoluter Leinenzwang, evtl. Physiotherapie und konsequente Futterumstellung. In stärkeren

Fällen chirurgische Behandlung.

Dysplasien an Hüfte und Ellenbogen. Als Dysplasien werden alle Fehlentwicklungen von Organen bezeichnet und nicht

wie üblich nur die Hüftgelenksdysplasie.

Ellenbogendysplasie : OCD,IPA, FPC

IPA: Isolierter Prozessus Anconeus

Entsteht durch eine Stufenbildung im Ellenbogen bei der die Elle gegenüber der Speiche im Längenwachstum zurück

bleibt. Mittelgradige Lahmheit und eine Schwellung an der äußeren Seite des Ellenbogengelenks sind typische

Symptome.

Betroffen sind vermehrt der DSH aber auch andere mittelgroße bis große Hunde

Therapie: chirurgische Behandlung

FPC: Frakmentierter Processus Coronoideus Medialis Ulnae

Ursache ist das verzögerte Wachstum der Speiche. Die Symptome variieren stark , von leichter bis hochgradiger

Lahmheit , die betroffene Gliedmaße wird am Ellenbogengelenk nach innen gezogen. Auch hier gehört der DSH zu den

am meist betroffenen Rassen aber auch Berner Sennen Hund, Labrador- und Golden Retriever, Rottweiler und

Neufundländer gehören zu den am meist betroffenen Rassen.

Therapie: einzige erfolgversprechende Behandlung ist die chirurgische Entfernung des Fragments.

HD: Hüftgelenksdysplasie ist eine erblich bedingte Fehlbildung des Hüftgelenks, bei der Hüftgelenkspfanne und

Oberschenkelkopf in ihrer Form nicht zueinander passen.

HD ist eine genetische Erkrankung das heißt sie besteht von Geburt an entwickelt sich aber erst in der Wachstumsphase

des Skelettes.

Ernährung und Bewegung können den verlauf einer HD beeinflussen. Lahmheit oder Ausfallserscheinungen der

Hintergliedmaße sind Symptome der HD. Die Behandlungsmethoden der HD sind vielfältig. In leichteren Fällen

konservativ , Schmerzmittel , Physiotherapie, Nahrungsergänzungsmittel. In schwereren fällen ist zu einer operativen

Behandlung des Hüftgelenks zu raten

Der alternde Hund

Wann ist unser Hund alt?

Mal ein paar Zahlen! Wenn der Hund klein und leicht ist, dann hat er mit 10 Jahren in etwa das alter eines 56jährigen

Menschen. Bei mittelgroßen Hunden geht man bei 10 Jahren von einem "Menschenalter" von 66 Jahren aus und ist er

schon eher ein "Schwergewicht" dann entsprechen die 10 schon menschlichen 80 Jahre. 

Aber so wie bei uns Menschen, gibt es auch bei den Hunden lange Jung gebliebene und früh alt gewordene.

Woran das liegt? Das fragen wir bei uns Menschen doch auch oft!

Liegt es an der Ernährung, liegt es an den Umwelteinflüssen, liegt es gar am Streß oder an den Genen ?

Es gibt bestimmt viele Faktoren die auch das altern unserer Haustiere beeinflussen. Krankheiten, zu viel oder zu wenig

Bewegung, zu üppiges oder zu wenig Futter usw. Aber wie dem auch sei, wir wollen dem Alter und Gesundheitszustand

unserer Haustiere gerecht werden. 

So wie wir Frauchen und Herrchen uns ab einem gewissen Alter ab und zu mal Durchchecken lassen, sollten auch unsere

Tiere untersucht werden. Mit einer frühzeitigen Blutuntersuchung kann man Erkrankungen der Organe rechtzeitig

erkennen und etwas unternehmen. Auch bei Erkrankungen des Bewegungsapparates ist eine frühzeitige Erkennung der

Ursache von großer Bedeutung. Fällt uns auf, das unser Hund plötzlich nicht mehr so gerne spazieren gehen will wie

früher oder er keine Treppen mehr laufen möchte, er bei bestimmten Berührungen schmerzen zeigt und ihm das

Aufstehen oder Hinlegen schwerer fällt, dann ist es Zeit ihn untersuchen zu lassen.

Arthrosen in den Gelenken, Bandscheibenvorwölbungen- oder Vorfälle sind oft die Ursachen für die Probleme. Die

Chance auf eine Besserung der Beschwerden ist abhängig vom Schweregrad der Erkrankung und wie lange sie schon

besteht. Wie auch bei Erkrankungen der Organe, so ist es auch bei Beschwerden am Bewegungsapparat besser wenn

frühzeitig eine Diagnose gestellt werden kann und eine dem entsprechende Behandlung folgt.

Ein großer Fehler der oft begangen wird, ist der das man nicht zum Tierarzt geht weil man sich denkt das die Probleme

des älteren Hundes einfach "Alterszipperlein" sind und man da sowieso nicht mehr viel machen kann. Das ist völlig

falsch. Es gibt recht viele Möglichkeiten diese "Alterszipperleins" zu behandeln.

Aus dem alten Hund wird kein junger mehr, aber man kann eine wesentlich bessere Lebensqualität erreichen.

Denn Schmerzlinderung bedeutet eine bessere Lebensqualität.